unterwegs...    
Markus on tour
mit dem Magirus Mercur "Dius" und jetzt mit Jeep Cherokee...
Seine Reiseberichte findet Ihr bei www.traveldiary.de.

Markus und der "Dius"...






Als Kind war ich mehrere Jahre im Ausland, das Reisen und Um(her)-ziehen war mir daher wohl in die Wiege gelegt. Mehrere Jahre waren im Magirus Merkur "Dius" unterwegs.
Heute habe ich 2 Kinder und 2 Hunde, arbeite ganz normal im Büro und die Reisen sind mein Ausgleich. Mit dem Aufschreiben der Tagebücher habe ich angefangen als ich merkte, dass ich das Erlebte damit besser verarbeiten kann. Daher sind auch oft persönliche Empfindungen enthalten. Ich habe sie im Freundeskreis weiter gegeben, wenn jemand Interesse hatte, eine ähnliche Reise durchzuführen.

Ein Freund gab dann eines meiner Reisetagebücher an Jens Freyler von Traveldiary weiter, so begann unsere Zusammenarbeit.

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Zum Dius:

Schon in den 80ern war ich mehrfach in Tunesien gewesen und wollte meiner Frau, die ich 1995 kennenlernte, unbedingt auch mal dieses schöne Land zeigen - auf eigener Achse natürlich und nicht im Charterflug.

Sie war damit einverstanden, hatte aber die Bedingung, dass das Fahrzeug eine eigene Wasserversorgung auch zumindest eine provisorische Duschmöglichkeit haben musste. So machte ich mich auf die Suche nach einem allradgetriebenen Transporter.

Wer das Angebot und die Preise für diese Fahrzeuge kennt, weiß was passierte. Zufällig las ich in dieser Zeit in einer Offroad-Zeitung einen Fortsetzungsbericht über den Umbau eines Magirus Mercur zu einem preisgünstigen Expeditionsfahrzeug. Auch im Buch "Durch Afrika" von Klaus Därr war der Magirus als geeignete Basis genannt. Nach einigem Hin und Her und vielen Telefonaten reisten wir ins Hanfbachtal und kauften einen Mercur. Das müsste 1996 oder 1997 gewesen sein.

Wir hatten schon beim Kauf mit Philip Fackin vereinbart, das Dach des LF16TS-Koffers in Eigenregie leer zu räumen und ihm dann das Fahrzeug für den Umbau auf das Tonnendach nochmals zu bringen. Ziel war eine entsprechende Stehhöhe mit einigermaßen erhaltener Original-Optik. So geschah es letztlich auch. Dius (wie ihn die Kinder später nannten) wurde Nummer 2 dieses Umbaus. Ich glaube es gibt insgesamt 3 Fahrzeuge mit diesem Dach von Philip.

Auf der ersten Heimfahrt schon dachte ich immer, es müsste doch noch einen weiteren Gang irgendwo im Getriebe geben, denn schneller als 73km/h lief der Magirus mit seiner Serienbereifung nicht. Andererseits bin ich noch nie so entspannt nach 500km Fahrt zuhause angekommen.

Einerseits begann so die Suche nach "Tuning-Möglichkeiten", andererseits fand ich schnell eine paar ebenfalls Magirusverrückte im langsam aufkommenden Internet. Schon bald gewann ich Kai Fritzsche dazu, eine Webseite mit Forum aufzubauen: Maggie-Deutz.de war gegründet und fand regen Zuspruch. Bald schon fanden auch die ersten Treffen in Peckfitz beim Wurzelsepp statt. Anfangs noch an die 170er IG angeschlossen bzw. geduldet, die Jahre drauf dann mit immer größer werdenden Rahmen selbst organisiert.

Ausgebaut wurde der Magirus mangels eigener Halle meist draußen auf der Straße, vor dem Haus meiner Eltern. Geplant war eine "Zweizimmerwohnung", heißt im weitgehend originalen Mannschaftsraum mit seiner heimeligen Holzverkleidung, sollte das Schlafzimmer entstehen, im Geräteraum dahinter Küchenzeile, Sitzecke und Bad. Schon mit dem noch nicht ausgebauten Fahrzeug unternahmen wir Touren innerhalb Deutschlands und mit jeder Tour hatten wir mehr Ideen und langsam wuchs auch der Komfort.

1998 wurde dann alles ein bisschen anders, weil unsere erste Tochter geboren wurde. Die Längssitzbank im ehemaligen Geräteraum musste nun babytauglich werden, als 2001 unsere zweite Tochter dazu kam, wurde die Längssitzbank erst ausklappbar, später dann sogar zum (wegklappbaren!) Stockbett umgebaut - die Sitzgelegenheiten musste ja tagsüber erhalten bleiben.

2002 ging es dann auf unsere erste größere Tour, nach Norwegen.
Damals hatte der Dius immerhin schon Einzelbereifung und 12.00er Reifen bekommen, damit lief er knapp 85km/h - allerdings bei Höchstdrehzahl.

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2003 trieb ich zuerst einen fast neuen 714er Motor auf (9,5 Liter Hubraum anstelle der originalen 7,5), allerdings vertrug dieser Motor weniger Drehzahlen, ein längeres Getriebe war also dringend nötig. Nachdem ich einem guten Bekannten und ebenfalls Magirus-Schrauber immer wieder auf die Nerven gegangen war, gab er schließlich zu, ein weitgehend vollständiges Getriebe mit lang übersetztem 5. Gang irgendwo noch rumliegen zu haben. Es wanderte sofort in meinen Bestand über und wurde zusammen mit dem Motor an meinen Lieblings-Schrauber Stefan Niemz übergeben.

In einer monatelangen Aktion wurden Motor und Getriebe überholt, verheiratet und schließlich in den Dius implantiert. Genauso wie eine dicke Schalldämmung zwischen Motorraum und Fahrerhaus. Die erste Probefahrt fand im Frühjahr 2004 nur 3 Wochen vor dem Beginn unserer Abreise nach Tunesien statt, kaum - oder eigentlich keine - Zeit den Wagen zu testen. Aber das Ergebnis des Umbaus war von Anfang an berauschend. Man konnte mit 3/4 Gas ganz entspannt über 100km/h fahren und dabei - aufgrund der reduzierten Drehzahl und der dicken Dämmung - problemlos telefonieren. Eine ganz neuer Erfahrung, denn vorher waren kaum normale Gespräche im Fahrerhaus möglich!

Die Tunesien-Tour 2004 war ein voller Erfolg, der Wagen lief traumhaft und hatte sogar so viel Kraft, dass er einen vollbeladenen Landrover Discovery mit Motorschaden hinter sich her durch die Dünen schleppen konnte.

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2007 ging es dann mit der um einen Schäferhund gewachsenen Familie nach Schweden.
Leider regnete es fast die ganze Zeit, so dass es im doch recht kleinen Wohnkoffer langsam eng wurde. Tabitha, unsere große Tochter, siedelte zum Schlafen ins Fahrerhaus aus - was aber die morgendliche und abendliche Arbeit des "Bettenbaus" nicht gerade verringerte. Zudem fingen die Kinder zu motzen an - sie wollten nicht mehr dauernd unterwegs sein, sondern auch mal länger auf einem Platz bleiben um andere Kinder kennenzulernen, Spielplätze auszukundschaften usw..

Ich überlegte hin und her. Sollte ich den Dius noch um einen Anhänger als Schlafgelegenheit für die Kinder ergänzen? Gab es passende Vorzelte die es ermöglichten sich auch bei schlechtem Wetter darin aufzuhalten und den Dius nur als Schlafgelegenheit zu nutzen? Alles wäre möglich, schien aber immer nur ein Provisorium, speziell wenn man das Fahrzeug doch ab und zu mal braucht um einzukaufen zu gehen oder auch mal eine Besichtigungstour zu machen (alle Nachteile des Wohnmobilkonzepts an sich, nicht des Dius im speziellen).

Den Sommerurlaub 2008 verbrachten wir am Bodensee, meine Frau fuhr mit dem PKW hinterher, so blieben wir mobil und nutzen den Dius nur als Wohn- und Schlafgelegenheit. Da schien es irgendwann doch einfacher einen, wenn auch langweiligen, Wohnwagen anzuschaffen, der entsprechende feste Betten für jeden sowie eine zusätzliche immer freie Sitzgruppen für den Aufenthalt tagsüber bot.

So entschieden wir uns 2008 schweren Herzens den Dius zu verkaufen. Wir lieben ihn noch heute und freuen uns immer, wenn wir Fotos von ihm sehen. Zum Glück ist es uns dank der treuen User der Allrad-LKW-Gemeinschaft immer wieder gelungen, der Spur des Magirus zu folgen und Kontakt zu seinen Besitzern zu halten. Vielleicht sehen wir ihn und seine heutigen Besitzer ja 2016 mal auf einem Treffen? Das wäre eine tolle Sache!

Übrigens haben wir den Wohnwagen kürzlich wieder verkauft. Die große Tochter möchte nicht mehr mit in den Urlaub und wir wollen unsere Urlaube langsam wieder mobiler verbringen als "statisch" auf einem großen Familiencamping-Platz.

Noch während wir den Magirus besaßen schaffte ich mir 2005 aus einer Laune heraus einen Jeep Cherokee an. Dieser dient mir heute als Alltagsfahrzeug, Jagdfahrzeug für's Revier ... und mit montiertem Dachzelt inzwischen auch als Reisefahrzeug für meine Offroadtouren der letzten Jahre.

Alpen-Tour 2015

Hier gibt es einen Bericht
und viele tolle Fotos:
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Markus 2015/10              


(Fotos © Markus K. & Bretterhexe)


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